SPALTEHOLZ HOTELKOMPETENZ
 
 

Teil 4: Wie kommt mein Hotel in's Internet?

Welche Grundvoraussetzungen muss ein Hotel erfüllen, um bei den von Airline-Reservierungssystemen (GDS) abhängigen Internetvertriebsplattformen, wie z.B. bei travelocity.de, expedia.de oder opodo.de, dabei zu sein? Was muss ein Hotel unternehmen, um bei den unabhängigen Internetplattformen wie Worldres oder Hotelguide dabei zu sein? Und wie macht der Hotelier sein Hotel auf seiner eigenen Homepage buchbar?
Selbst nachdem das Internet für die meisten ein vertrautes Medium im Arbeitsalltag geworden ist, lassen genau diese Fragen viele Hoteliers verzweifeln. Unsicherheit begleitet viele, wenn sie eine Entscheidung über die Internetanbindung fällen sollen. Das ist verständlich: Immer mehr Provider bieten ihre Dienste an. Grundsätzlich gilt, so erläutert die Frankfurter Technologiespezialistin Bianca Spalteholz, folgende Regel: „Pflegt der Hotelier seine Daten selbst in die Systeme ein, muß er Zeit und Personal einkalkulieren. Überläßt er diese Arbeit einem Provider, zahlt er dafür.“ Auch schon bei dieser kleinsten Regel muß er nachhaken: Pflegt der Provider die Hoteldaten selbst manuell ein oder kann er diese über eine Schnittstelle elektronisch „abholen“? Hinter dieser Detailfrage steckt die Vertriebsdiskussion: Gute Internet-Partner bringen heutzutage eine Fülle eigener virtueller Partner mit. Pegasus beispielsweise beliefert über 400 Web-Portale, Worldres bedient Hunderte von Reiseportalen und HRS spricht online Tausende von Firmen an. Der Anschluss an solche weitverzweigten Netze birgt also nur Vorteile für den Einzelhotelier. Doch nicht nur die unabhängigen Internetplattformen halten solche Verknüpfungen bereit, sondern auch die GDS. Der Hotelier muß sich also entscheiden: In welchem Provider bzw. in welchen Verknüpfungen liegt der Schlüssel zu seinem Online-Buchungsglück?
Der Hotelier sollte den Online-Anschluss sorgfältig vorbereiten. Erst gilt es grundsätzlich, Daten, Preise und Verfügbarkeiten elektronisch bereitzustellen. Das erfordert eine systematische Aufarbeitung des Datenmaterials, wie in dieser Serie bereits mehrfach angesprochen wurde. Dann sollte man sich über die Kosten der Datenerfassung und der einzelnen Datenströme klar werden. Fast jedes Vertriebsportal bietet dem Hotelier verschiedene Möglichkeiten, seine aktuellen Daten (Preise und Verfügbarkeiten) einzupflegen. Pflegt der Hotelier seine Daten selbst ein, kostet es meistens weniger, beispielsweise sieben bis acht Prozent Kommission. Holt das Portal die Hoteldaten bei einem dritten System ab, verlangt es mehr, in der Regel zehn bis zwölf Prozent, da der dritte Partner – sprich der Datenlieferant - auch noch profitieren möchte. In diesem Fall verdienen also das Vertriebsportal und der Datenlieferant. Konsequenz: Der Hotelier zahlt mehr, hat aber auch den Vorteil der breiteren Präsenz im Netz.  
Jeder Hotelier hat heute ein Interesse daran, seine eigene Homepage attraktiv zu halten. Schließlich sind die direkt buchenden Kunden seine wertvollsten. Wie kann er seine Website nun buchbar machen, ohne dafür ähnlich hohe Gebühren zu zahlen wie für die bisher erwähnten Internet-Partner. „Dazu braucht er eine elektronische Buchungsmaschine, die möglichst direkt ans Front-Office-System angeschlossen sein sollte,“ erläutert Bianca Spalteholz. „Die Gebühr hierfür sollte gering sein, etwa zwischen ein und drei Euro pro Buchung liegen.“
Hotels, die bereits über Front-Office-Systeme von Fidelio oder Protel verfügen, genießen in diesem Fall Vorteile: Beide Anbieter stellen Buchungsmaschinen zur Verfügung, auf denen tagesaktuelle Zimmerpreise und Verfügbarkeiten für Kunden im Internet bereitgestellt werden. Gleichzeitig holen sie Hoteldaten in dritten Systemen ab und erlauben Echtzeitbuchungen zusätzlich zu den allgemein bekannten E-mail-Buchungsanfragen. Das alles zu den erwähnten Niedrigtarifen oder sogar zum Nulltarif. In diesem Fall zahlt der Hotelier dann eine Lizenzgebühr. Demgegenüber gibt es ebenfalls Anbieter, die zwar Buchungsmaschinen anbieten, Schnittstellen zu Front-Office-Systemen aber noch nicht oder nur vereinzelt bereitstellen. In diesem Fall muss die Homepage-Buchungsmaschine eben noch manuell gepflegt bzw. aktuell gehalten werden. Bookhotel von Serenata Intraware oder WebRes sind Beispiele dafür. Auch jedes gute Hotel-CRS bietet heute eine Internet-Buchungssoftware für einzelne angeschlossene Hotels an. Auch hier gilt es wieder Preise zu vergleichen. Eines ist jedoch besonders wichtig: Eine gute Buchungsmaschine sollte nicht nur Zimmer buchen können, sondern auch einen Passwort- geschützen Bereich für Stammkunden, z.B. Firmen, anbieten, in dem der Kunde vertraulich verhandelte Raten „abholen“ kann. Eine Edellimousine fährt jedenfalls der, der sowohl Einzelübernachtungen als auch ganze Packages buchbar machen kann.
(map)

5 Schritte zum passenden Internet-Provider
  1. Grundsatzfrage klären: Daten selbst einpflegen oder bei bereits vorhandenen Partnern und/oder Datenbanken abholen lassen?
  2. Auf die Online-Verknüpfungen und Vermarktungsstrategien der Provider achten.
  3. Kosten für Datenerfassung und -ströme analysieren.
  4. Eigene Hotel-Homepage mit Buchungsmaschine attraktiver gestalten.
  5. Idealerweise Front Office-Verknüpfung mit Buchungsmaschine wählen