Wie und wo wir - und unsere Kunden - morgen Urlaub machen
Trotz schwacher Binnenkonjunktur und steigender Energiekosten gehen mit dem Beginn des tollen Sommerwetters und dem Wohlfühl-Faktor Fußball-WM die Bundesbürger geradezu optimistisch in die diesjährige Reisesaison.Ihre Reiselust wächst und die Reisedauer nimmt wieder zu (2004: 12,8 Tage – 2005: 13,3 Tage). Gut zwei Drittel der Bevölkerung (68%) haben für 2006 bereits feste Reiseabsichten. Und auch das WM-Fieber kann das Reisefieber nicht ersetzen: Was der Reisebranche während der WM an Urlaubsgästen verloren geht, wird nach Beendigung des Turniers in einer Aufhol-Jagd wieder ausgeglichen. Dies geht aus der 22. Tourismusanalyse des BAT Freizeit-Forschungsinstituts hervor, in der 4.000 Bundesbürger ab 14 Jahren nach ihrem Urlaubsverhalten 2005 und ihren Reiseabsichten 2006 befragt wurden.
INLANDSREISEZIELE 2005.
BAYERN BLEIBT SPITZENREITER, DOCH INLANDSURLAUB VERLIERT MARKTANTEILE
Das liebste Urlaubsland der Deutschen bleibt Deutschland. Allerdings verliert der Inlandsurlaub permanent an Attraktivität und Marktanteilen – von 35 Prozent (1999) über 33 Prozent (2002) bis zu 32 Prozent (2005). Noch in den neunziger Jahren (1993 bis 1996) machte der Inlandsreiseanteil 41 Prozent aller Reisen aus. Für die inländischen Ferienregionen wird es immer schwerer, sich gegen die ausländische Konkurrenz und ihre Faszination von Wärme, Ferne und Weite zu behaupten.
Im inländischen Wettbewerb bleibt Bayern weiter Spitzenreiter (6,6%), dicht gefolgt von den Ferienregionen an der Ostseeküste (6,3%) in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie den Reisezielen an der Nordsee (4,8%). Neben der ausländischen Konkurrenz sehen sich die inländischen Ferienregionen verstärkt einem internen Verdrängungswettbewerb ausgesetzt. „Insbesondere ‚Küste’ und ‚Berge’ konkurrieren um die Gunst der Urlauber, die schneller mit dem Billigflieger in Palma de Mallorca als mit dem Auto auf Rügen oder in den bayerischen Bergen sind“, so Professor Opaschowski, Leiter des Instituts für Freizeit-Forschung. Ein Ende des Tiefstands im Inlandstourismus ist noch nicht in Sicht. Der Anteil der Inlandsreisen ist in den letzten Jahrzehnten um die Hälfte zurückgegangen – von ehemals 69 Prozent (1961) auf mittlerweile 32 Prozent (2005).

