Tipp des Monats: Auswirkung der Mehrwertsteuer-Senkung auf die Hotelbranche
Werden die Hotelzimmer jetzt billiger?
Werden Geschäftsreisen jetzt teurer?
Was heißt Steuergerechtigkeit in der Hotelbranche in Europa?
„Der Preis ist heiß“ merken die Hoteliers und Gastronomen ab 1.01.2010.
s. auch Link Dehoga zum Thema Mehrwertsteuersenkung
media/docs/fragen_und_antworten_zur_mehrwertsteuersenkung_stand_091204.pdf
Zu diesem Stichtag ist die Absenkung der Mehrwertsteuer für „Beherbergungsleistungen im Hotel- und Gastronomiegewerbe“ von 19% auf 7% durch das Wachstumsbeschleunigungsgesetz beschlossene Sache. Endgültiger „Segen“ erfolgt morgen durch den Bundesrat.
Das „gesparte“ Geld wird in der Branche auch dringend für notwendige Investitionen, Mitarbeiterqualifizierung und Arbeitsplatzsicherung benötigt. Dieser Meinung ist auch Dirk Gerdom, Präsident des Deutschen GeschäftsreiseVerbands VDR.
www.vdr-service.de/portal/portal
Was aber, wenn die Unternehmenskunden nun ihrerseits auf 100%ige Weitergabe der 12% Reduktion drängen? Aus unserer Sicht völlig untragbar, weil es das Ziel der besseren Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Markt und der Produkt- und Serviceoptimierung verfehlt.
Letzten Endes steuert der marktwirtschaftliche Ansatz von Angebot und Nachfrage den Preis. Für hotelseitige Verluste, wenn Firmenkunden die Preise unerbittlich in den Keller zwingen, muss irgendjemand den Ausgleich tragen, sei es der Endverbraucher, der ohne Vertrag Zimmer bucht, oder der Firmengast, der keinen Zutritt ins Hotel bekommt, wenn hohe Nachfragesituationen den Markt beherrschen.
Was außerdem, wenn Firmen zukünftig mannigfache Leistungen, die heute noch im Hotelpreis enthalten sind, wie z.B. Wireless Lan, Shuttle Services, freie Minibarnutzung, freies Pay-TV, Frühstücksleistung, freie Saunanutzung zukünftig als Extras berechnet werden? Warum also nicht gleich eine Fifty-Fifty-Regelung, damit beide Partner von der Mehrwertsteuersenkung profitieren können? Dies kurbelt einerseits die Nachfrage in schwierigen konjunkturellen Zeiten an und lässt andererseits dem Hotelier mehr „gestalterischen Freiraum“ für Neuinvestitionen, Preissenkungen und Entlohnung von Mitarbeitern.
Unser Tipp für anstehende Verhandlungen: Die spezifischen Leistungen des Hotels, die pfiffige Produktgestaltung, Alleinstellungsmerkmale (USP) gegenüber dem Wettbewerb genauestens unter die Lupe nehmen und selbstbewusst kommunizieren.


