SPALTEHOLZ HOTELKOMPETENZ
 
 

Glossar

 
 

Dynamic Pricing

Im dynamischen Preis-Modell verändert sich der Preis im Gegensatz zum starren Preis-Modell täglich oder sogar stündlich. Der Preis wird dazu zum Anfragezeitpunkt bezogen auf Anreisetag und Aufenthaltsdauer in Echtzeit nach der jeweiligen Belegungssituation kalkuliert und dem Kunden sozusagen „à la minute“ angeboten.

 

Der Preis passt sich also dynamisch der Belegungssituation im Hotel an. Während in der klassischen Hotelpreisstruktur, in der Saisonzeiten und –Preise starr und akribisch genau veröffentlicht wurden und fix waren, werden im Dynmaic Pricing in den Printmedien und auf der Homepage „von-bis“ Preise veröffentlicht. Es gibt also für den Kunden nur noch einen Preisrahmen, aber keine komplette Transparenz mehr.

 

Beim dynamischen Preismodell – wie auch im Yield Management – unterteilt man den Nachfragemarkt in preisbereite und weniger preisbereite Kunden. Das Preisbereite Marktsegment, z.B. ein Geschäftsreisender, der ein bestimmtes Hotel in einer für seinen Reisezweck idealen Lage ad hoc buchen will und muss, der braucht hohe Flexibilität, um jederzeit seine Anreise verschieben oder stornieren zu können. Diese Flexibilität hat seinen Preis. Der Kunde kauft sich also höhere Flexibilität in der Buchung zu einem höherem Preis ein, der nicht preisbereite Gast lässt sich zugunsten eines günstigeren Preises auf Restriktionen, also einschränkende Buchungs- und Stornobedingungen ein. Bekommt dafür aber einen oft sensationell günstigen Preis.

 

Dynamic Pricing passt also den Preis als Tagespreis der Nachfragesituation (BAR = Best available daily rate) an. Die darunter liegenden Rabattstufen, z.B. Frühbucherrabatt oder andere Sonderpreise, werden mit einem x-prozentigen Abschlag in den Markt gestellt und nur gegen höhere Restriktionen herausgegeben.

 

Für alle Beteiligten einfacher, da besser strukturiert.

 

Dynamic Pricing ist einfacher für Hoteliers und deren Mitarbeiter/innen, da Preisparität leichter einzuhalten ist. Denn es gibt nur noch einen öffentlichen flexiblen (also bedingungslosen) Preis. Gängige Bezeichnungen wie Rack-Rate, COR, WKD, PRO werden verschwinden und Preisstrukturen werden logischer. Alle früheren Ratencodes werden nach außen eine einzige Bezeichnung haben: BAR = Best Available Rate. An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass die Hotelindustrie leider keine einheitliche Bezeichnung für diesen Preis gefunden hat. Bei Holiday Inn beispielsweise heißt der Preis BFR = Best flexible Rate.

 

Auch der Gast profitiert, da er nur noch einen gültigen, flexiblen Tagespreis kaufen kann. Alle Preise die günstiger sind, sind nur mit Buchungs- und Stornobedingungen zu bekommen. Der Gast entscheidet also, ob er sich auf den „Deal“ einlässt oder nicht.


Herausforderungen der Zukunft:

Der „Floating“ Effekt der dynamischen Anpassung des Preises beeinträchtigt natürlich maßgeblich auch die Vertragsraten mit Reisebürokonsortien und –ketten sowie auch mit lokalen Firmen. Sollen sich diese Preise auch dynamisch an die BAR anpassen?

 

Einige Firmen stellen sich auf sich täglich verändernde Raten ein, da sie davon profitieren, wenn ihre Vertragsbedingung z.B. lautet, immer 20% Abschlag unter der BAR zu bekommen. Denn wenn die Preise in Stadthotels im Sommer in den Keller sinken, sinken Firmenpreise in gleicher Relation mit. Firmen in Messedestinationen dagegen machen eher einen schlechten Deal, wenn Hotels ihre BAR zu Messezeiten exorbitant in die Höhe schnellen lassen und Firmen „nur“ einen Abschlag von 20 % bekommen. Spannend wird das neue Preisprinzip wohlmöglich, wenn Firmen gegen höhere Preise auch volle Verfügbarkeit zu Messen bekommen. Es gibt also eine große Anzahl neuer Herausforderungen, der sich sowohl der Markt als auch der Hotelier stellen muss.

 

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