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Glossar

 
 

Break Even Point, die Gewinnschwelle – Drei Perspektiven!

Beim Break Even Point (BEP) geht es darum, die Schwelle zu ermitteln, ab der die Gesamtkosten (fixe und variable Kosten) des Hotels bei einer Belegung von X Prozent gedeckt sind. Ab hier erwirtschaftet das Hotel Gewinn, deshalb spricht man von der Gewinnschwelle.

 

Je nachdem in welchem Nachfragemarkt und welcher Mitbewerbersituation sich ein Hotel befindet, und welches Gesamtprodukt (nur Bed & Breakfast, Wellnesshotel, Tagungshotel oder einer Mischung aus allen Segmenten) es zu bieten hat, kann der Gewinn über eine hohe Belegung, einen hohen Preis oder aus einer Mischung aus beidem erwirtschaftet werden. Deshalb ist eine Betrachtung der Gewinnschwelle aus drei Perspektiven empfehlenswert.

 

  1. Die mengenmäßige Berechnung (wieviele Roomnights benötigt man bei einer Durchschnittsrate X)

  2. Die wertmäßige Berechnung (wie viel Umsatz ist notwendig, um den Break Even Point zu erreichen?)

  3. Errechnung des Break Even Points anhand der Auslastung (Ab welcher Auslastung erreicht das Hotel den Break Even Point)

 

Zunächst gilt es, die Grundberechnung darzustellen und anschließend die drei verschiedenen Perspektiven zu betrachten.

 

Berechnung an einem Beispiel:

 

 

 

Die folgenden Abbildungen verdeutlichen die verschiedenen Kostenblöcke.

 

 

Abbildung 1 Break Even Point – fixe + variable Kosten

 

 

Wenn die Kosten ermittelt sind, dann gilt es, den erwirtschafteten Umsatz (real) oder das Budget dagegen zu stellen.

 

Abbildung 2 Break Even Point - Umsatz vs. Kosten

 

Die Gewinnschwelle ist erreicht, wenn die fixen und die variablen Kosten gedeckt sind.

 

Achtung! Obwohl die fixen Kosten das ganze Jahr anfallen – ob Gäste da sind oder nicht – müssen diese mit der erreichten Belegung gedeckt werden.

 

Abbildung 3 Break Even Point

 

 

Hier nun die Details zu den drei Perspektiven zur Berechnung der Gewinnschwelle:

 

Je nachdem, welches Ergebnis man für seine Strategie einsetzen will. Wenn ein Hotel z.B. viele F & B Outlets füllen muss, wenn es seine Wellness Kabinen und Anwendungen mengenmäßig bedienen will, wird das Hotel höchstwahrscheinlich die mengenmäßige Betrachtung in den Vordergrund stellen.

 

Die mengenmäßige Berechnung des Break Even Points

 

  1. Wie viele Zimmer müssen in diesem Hotel verkauft werden, um den Break Even Point zu erreichen?

Bei der mengenmäßigen Berechnung werden zuerst die Fixkosten (für das gesamte Jahr) durch den so genannten Deckungsbeitrag geteilt. Der Deckungsbeitrag wird ermittelt, indem vom (Netto-)Durchschnittspreis die variablen Kosten pro Zimmer abgezogen werden.

 

 

Schritt 1:

Berechnung Deckungsbeitrag:

 

Netto-Durchschnittspreis              119,38 €

abzüglich variable Kosten               24,17 €

Deckungsbeitrag                            95,21 €

 

Schritt 2:

Berechnung der mengenmäßigen Gewinnschwelle:

 

 = mengenmäßige Gewinnschwelle

 

Deckungsbeitrag mengenmäßig errechnet:

Fixkosten p.a. (siehe Musterhotel)          2.440.000 €

geteilt durch Deckungsbeitrag                        95,21 €

= Deckungsbeitrag mengenmäßig         25.627,59 Roomnights

 

 

Ergebnis A: Ab der 25.628. Übernachtung wird bei einem Netto-Durchschnittspreis von 119,38 Euro Geld verdient bzw. Rohgewinn erwirtschaftet.

Abbildung 5 BEP über Room Nights

 

 

Beispiel 1 zum Deckungsbeitrag:

In unserem Beispiel betragen die variablen Kosten 24,17 Euro. Verkauft man also ein Zimmer für 100 Euro (netto) ist der Beitrag zur Kostendeckung 100 minus 24,17. Das ergibt einen Deckungsbeitrag von 75,83 Euro. Mit diesem Betrag erwirtschaften wir also einen Anteil zur Fixkostendeckung sowie Anteile des Gewinns.

 

Beispiel 2 zum Deckungsbeitrag:

Anderer Verkaufspreis, anderes Ergebnis: Akzeptiert man z.B. eine Gruppe, die pro Einzelzimmer 35 Euro netto bezahlt, beträgt der Beitrag zur Fixkostendeckung lediglich 10,83 Euro.

 

 

Die wertmäßige Berechnung des Break Even Points

  1. Wie viel Umsatz ist notwendig, um den Break Even Point zu erreichen?

     

    Bei der wertmäßigen Berechnung werden die Fixkosten pro Jahr durch die sogenannte Deckungsquote geteilt, die in zwei Schritten ermittelt wird. Sie beziffert den Anteil des Deckungsbeitrags (in Prozent) am Nettozimmerpreis. Je höher der Prozentsatz, desto üppiger der Beitrag zur Kostentilgung und desto weniger Zimmer müssen bis zur Fixkostendeckung verkauft werden. Folglich bedingt eine niedrige Deckungsquote, eine schlechtere Fixkostentilgung und es müssen mehr Zimmer verkauft werden.

     

    Schritt 1:

    Berechnung Deckungsquote:

    Deckungsbeitrag                                        95,21

    geteilt durch Nettozimmerpreis                119,38

    Ergebnis (Deckungsquote*)                     0,7975

    *Dieser Wert entspricht einer Deckungsquote von 79,75 %

     

    Schritt 2:

    Berechnung der wertmäßigen Gewinnschwelle

    Bezogen auf das gesamte Beispiel-Hotel

    Gesamtfixkosten                             2.440.000 €

    geteilt durch Deckungsquote               0,7975 _
    = (Roh-)Gewinnschwelle                3.059.561 €

     

    Auf das Beispielhotel bezogen, bedeutet dies, dass ab einem Netto-Logisumsatz von 3.059.561 Euro Gewinn erwirtschaftet wird.

     

Abbildung 6 BEP über Logisumsatz

 

Unser Beispiel Hotel hat mit 79,75% eine relativ hohe Deckungsquote. Würde dasselbe Hotel billiger verkaufen und eine Deckungsquote wäre halb so hoch, also ca. 40%, dann läge die Gewinnschwelle mit 6.100.000 Euro fast doppelt so hoch und Sie müssten wesentlich mehr Zimmer verkaufen um Gewinn zu erwirtschaften.

 

 

Berechnung des Break Even Points anhand der Auslastung

 

  1. Ab welcher Auslastung erreicht das Hotel den Break Even Point?

     

    Bei der Berechnung nach Auslastung (in Prozent) wird die Anzahl der geplanten (für die Budgetberechnung) oder erreichten Room Nights im Break Even Point durch die jährliche maximal zu erzielende Anzahl an Room Nights geteilt:

     

     

    Die Kennzahl BEP Room Nights basiert auf dem Ergebnis der mengenmäßigen Berechnung mit 25.628 Room Nights. Zur Erinnerung: das ist die Anzahl der Room Nights, die in unserem Beispiel zur Erreichung der Gewinnschwelle notwendig sind. Diese Zahl wird durch die Gesamt Zimmerkapazität geteilt und ergibt die benötigte Auslastung in Prozent.

     

    BEP mengenmäßig Room Nights                     25.628

    geteilt durch Jahreskapazität Room Nights      55.845

    = BEP nach Auslastung in Prozent                   45,89%

     

    Das bedeutet, dass ab einer jährlichen Auslastung von 45,89% Gewinn erwirtschaftet wird (bei einem Durchschnittspreis von 119,38 Euro lt. Beispiel).

     

Abbildung 7 BEP über Auslastung/Belegung

 

Der BEP ist der Schnittpunkt, an dem Umsatz und Gesamtkosten (fixe und variable Kosten) gleich hoch sind. Ab hier wird Geld verdient, hier liegt die Gewinnschwelle.

 

Die Break Even Analyse eignet sich dazu, die Preisgestaltung eines bestehenden Hotels zu beurteilen sowie rechtzeitig zu erkennen, ob sich Absatz, Umsatz und Auslastung positiv entwickeln. Ebenso notwendig ist sie aber bei der Planung eines neuen Projekts, um abschätzen zu können, ob sich dieses aus wirtschaftlicher Sicht lohnt.

 

In jedem Fall ist die Berechnung der Gewinnschwelle eng verbunden mit der Berechnung der Preisuntergrenze, die Basis auf der eine logische Preisstruktur aufgebaut wird.

 

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