Wie entwickeln sich die wichtigsten Internetportale für Hoteliers?
Pflichtportale für den im weltweiten Netz aktiven deutschen Hotelier sind, das wissen wohl alle, www.hrs.de und www.hotel.de, da diese ihren Content (Informationen, Preise und Verfügbarkeiten von über 200.000 Hotels) an hunderte von Firmen liefern. Die meisten Unternehmen binden diese Buchungsportale mittlerweile in ihre eigenen Intranetumgebungen in elektronische Buchungssoftware, i.e. „CSBT - Corporate Self Booking Tools“ (Travel-Management-Software Tools) ein, die ähnlich wie die GDS, Reisedienstleistungen aller relevanten Anbieter (Flug, Hotel, Bahn, Autovermietung) bündeln.
Das besondere an diesen Tools ist, dass erstens jeder Mitarbeiter einfache Reisen in einer klar strukturierten Übersicht selbst planen und buchen kann. Zweitens, das Unternehmen Reisekosten spart, da Reisekostenrichtlinien besser eingehalten werden, da alle Inhalte, die zwar physisch in den Systemen vorhanden sind, vom Unternehmen gesteuert – also unterdrückt oder bevorzugt dargestellt werden können. Drittens, kann der Mitarbeiter genauso einfach, wie er buchen kann, seine Reisekosten Genehmigungs- und Abrechnungsprozesse in einfacher Form abwickeln.
Das gibt es im Prinzip und im Ansatz natürlich bereits seit Jahren. Das Novum liegt eher darin, dass mittels der neuen CSBT Technologien im besten Fall alle Preisinformationen aller Anbieter "friedlich" nebeneinander stehen, denn die CSBT werden zeitgleich von GDS-Systemen, von HRS und/oder hotel.de, oder von Pegasus (ODD) oder - neuester Trend – von Hotelketten direkt mit minutengenauen Informationen beliefert. Preis- und Leistungsparität (Leistungen, die im Preis enthalten sind) sind deshalb noch wichtiger geworden. Differenzen bei Frühstückspreisen, die in einem Portal enthalten sind, im anderen nicht, werden sofort entlarvt. Natürlich wird von den Mitarbeitern die günstigste Variante gebucht.
Für ein Hotel ist es aber noch schwieriger geworden, nachzuvollziehen, über welchen Buchungskanal eine Firmenbuchung tatsächlich ins Hotel gelangt ist. Oft wird aus der Wahrnehmung des Hoteliers heraus aber leicht das eine oder andere Internetportal überbewertet, weil er denkt, xyz ist stark weil das Buchungsvolumen stimmt, das eine große Menge des Volumens aber vom eigenen Kunden kommt, wird erst bei genauerem Hinsehen klar. Denn der Kanal wird unter Umständen vom Mitarbeiter eines Unternehmens njur bevorzugt, weil der Hotelier Preis- und Leistungsparitäten verletzt hat. Oder zweite Variante, weil einer der Anbieter vielleicht bestimmte Preise und Informationen nicht in voller Breite darstellen kann, oder die vorhandenen Möglichkeiten der Portale von Hotels nicht ausgeschöpft werden. Es gilt also, diese Informationslogistik regelmäßig zu überprüfen.
Für Freizeit-Tourismus entwickelt sich www.booking.com zu einer immer interessanteren Webseite. Nach einer aktuellen Pressemitteilung erzielte das international gut platzierte und beliebte Portal im Jahr 2007 einen vermittelten Umsatz von 1,9 Milliarden Euro und behauptet sich mit 19 Millionen gebuchten Übernachtungen als Europas Nummer eins vor allen anderen Hotelportalen.
Dieses Spitzenergebnis beruht hauptsächlich auf der besonders verbraucherfreundlichen Darstellung von Daten und Bildern aber auch dem Hotelangebot mit verschiedenen Zimmerpreisen, Arrangements und Packages und an der internationalen Ausrichtung und marktgerechten multilingalen Informationen. Listungen können in Zusammenarbeit mit den Booking Kundenberatern jederzeit optimiert werden. In großen Städten ist das sehr empfehlenswert, da es die Buchungsvolumina sofort nach oben verändert.
Alle anderen Portale in Deutschland sollten nach Themen geordnet der jeweiligen Nische des Hotels ausgesucht werden. Klar nach dem Motto: Weniger ist mehr. Lieber weniger Portale pflegen, und die richtig.

