www.hotels.com
Immer die niedrigste Rate verspricht hotels.com. „Wir bieten Ersparnisse bis zu 70% von der regulären Hotelrate in einigen der beliebtesten und teuersten Städte weltweit!“, verkünden zwei namenlose Gesichter in der Unternehmensbeschreibung („About Us“). Das spornt zum spontanen Vergleich an, denn: Wer eine niedrigere Rate als die bei hotels.com findet, darf binnen 24 Stunden reklamieren und erhält dann die gleiche Rate oder darf kostenlos stornieren. Tja, da sollte man US-Reisenden gleich raten, über HRS zu buchen. Zwei Versuche - zwei Volltreffer: Das King’s Center Hotel in München ist bei hotels.com gelistet mit 69,95 US$, allerdings ohne Steuern und ohne Servicegebühren für die Internetvermittlung. Und vermutlich auch ohne Frühstück, wie das in USA üblich ist; aber diese winzige, für den Europäer wichtige Info steht ohnehin nirgendwo. Bei HRS kostet mich das Zimmer für den gleichen Tag ebenfalls ohne Frühstück 70 €. Aber da sind die Steuern und Vermittlungsgebühren schon drin! Der wahre, zu zahlende Preis bei hotels.com beträgt unterm Strich nämlich 83 US$ und liegt damit beim aktuellen Währungskurs deutlich über dem von HRS. Für die Nacht im Tryp Hotel München zahlt der Buchende über hotels.com letztlich 130,50 US$, über HRS aber nur 59 € - inklusive Frühstück! Insgesamt verblüfft die Website durch ihr einfaches Handling und ihr schnelles Vorgehen. Die Hotel-Trefferlisten sind allerdings nicht erkennbar geordnet. Die einzelne Hotelbeschreibung enthält dafür alle wichtigen Details. Beim Aufruf von Hotels in New York fällt positiv auf, dass auf der Trefferliste zugleich mit einem „Fingerzeig“ auch Spezialangebote aufgeführt sind (z.B. „Stay 3 nights, Get 15% Off Every Night“) und die reduzierten Raten fein säuberlich unter den regulären und jetzt durchgestrichenen Raten stehen. Für den amerikanischen Anbieter ist dies ein insgesamt passabler Auftritt, in puncto Marketing allerdings zu vollmundig.
Autorin: Maria Pütz-Willems, freie Fachjournalistin für Hotellerie und Reise