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Google Street View

Krieg der Pixel – Gedanken zu Google Street View

Google Street View hat viele Debatten ausgelöst. Der eine will verpixeln der andere wehrt sich vehement gegen Verpixelungen. Da gibt es Gemeinden, die das bedrohliche Google-Auto am liebsten der Stadt verweisen möchten und andere laden es explizit ein (Beispiel Oberstaufen), weil Sie eine große Chance sehen die PR Welle, die Google Street View schlägt zu nutzen und allen davonzuschwimmen. Wieder andere Städte beschweren sich darüber, dass die Bilder bereits veraltet sind, wie kürzlich in der Frankfurter Neuen Presse berichtet. Hier schrieb man: „Als die Google Kamera letzten Sommer durch Frankfurt fuhr, sind „Frankfurt Hoch Vier“ und das Einkaufszentrum „MyZeil“ noch im Bau, das Technische Rathaus steht völlig unberührt, der Opernturm ist gerade mal halbhoch“. Das ist gerade in einer sich rasant entwickelnden Stadt wie Frankfurt ärgerlich. Die Institutionen, die durch die Präsenz über Google Street View im Internet auch Möglichkeiten der Vermarktung erkennen, sind zu Recht verärgert.

 

Chancen erkennen und nutzen…

Wie überall im Leben scheiden sich also wieder einmal die Geister, da sind einerseits die immer Vorsichtigen, die sich überwacht und/oder beobachtet fühlen, die Ängstlichen, oder die ewig Gestrigen, die sich einfach darüber ärgern, dass sie nicht selbst die Idee hatten, und die, die noch keine Erleuchtung hatten, wie sie diesen Dienst für sich nutzen können. (Siehe dazu auch den Beitrag in Wikipedia zum Thema Panoramafreiheit, Link am Ende des Artikels.)

Andererseits haben wir genau die Marketing Experten, die erkennen, dass sie kommerziell genutzte Fassaden und deren Eigenleben schneller, besser, genauer und realer darstellen können, als heute normalerweise möglich. Man stelle sich die viel zitierten Immobilienmakler vor, die über alle möglichen Portale Bilder von Häusern zum Verkauf oder zur Vermietung im Netz veröffentlichen. Hat sich dagegen jemals jemand gewehrt? Der Nutzen der Interessenten, wenn sie das Objekt ihrer Begierde in ihrer echten Umgebung sehen wollen, ist dagegen mannigfaltig, wenn er seine Suche über Street View vereinfachen kann. Es erspart dem Sucher nämlich eine Menge Zeit, denn, wenn das Gebäude in einer Gegend steht, die ihm nicht zusagt, braucht er gar nicht erst hinzufahren.

 

Ungeahnte Möglichkeiten für Hotels und Tourismusregionen

Das bringt mich unweigerlich zum Thema Hotel und Tourismus. Seit der Weiterentwicklung des Internets in den letzten Jahren, recherchieren immer mehr Menschen, bevor sie eine Reise tun, über alle möglichen einschlägigen Hotel- und Destinationsportale, über Bewertungsdienste und Preisvergleichstools, und letztlich über Homepages der Leistungsträger, bevor sie sich für ein bestimmtes Hotel an einem bestimmten Ort entscheiden. Wäre es nicht schön, wenn hier der Google Dienst Street View, freundliche Menschen mit einem freundlichen Lächeln abbilden würde, um potentielle Gäste anzulocken…Nein, in Deutschland gehen wir den kritischen Weg. Wir verschanzen uns hinter Pixeln, achten nicht darauf wann der Kamerawagen von Google vorbei kommt, wissen es noch nicht einmal und fürchten ihn vielleicht sogar. Oder ein Hotelnachbar verpixelt sein Haus und mein Hotel gleich mit!

Meine persönliche Devise, wenn ich ein Hotel hätte, käme der Ansatz von Oberstaufen sehr nahe. Ich würde die Aktion planen. Ich würde alle hässlichen Lieferwagen vor meinem Hoteleingang entfernen, würde riesige Blumenkübel aufstellen, würde die Fassade wie eine Braut mit frischer Farbe schmücken, würde durch wehende Fahnen Weltoffenheit demonstrieren und mir das kostenlos erstellte Video (im eigentlichen Sinne eine Aneinanderreihung von Fotos) von Google dadurch zu Nutze machen, dass ich es auf meine Homepage einbinde. Dann würde ein Schuh draus…

Dasselbe gilt natürlich für touristische Regionen…Welch eine Chance, die beliebtesten Plätze meines Ortes in aller Schönheit darzustellen. Welch ein Dienst für den suchenden Touristen, den Ort seiner Wahl schon vor seiner Reise noch genauer „unter die Lupe zu nehmen“. Geradezu lächerlich, dass jeder Mensch, zu jeder Zeit von jedem Ort Bilder und Videos machen kann und diese, ohne spezielle Genehmigung im Netz bei Flickr, Panoramio, YouTube und anderen medialen Diensten, Reiseportalen oder Wikis veröffentlichen darf. Schon eigenartig, dass über bestimmte Orte und Hotels (Innen- wie Außenleben) bereits seit Jahren geradezu euphorische Erlebnisberichte im Netz stehen…Tja, keiner hat je darüber geschimpft, weil keiner es wusste. Aber Google ist halt groß und mächtig, dadurch wird es in der Wahrnehmung vieler Menschen zu einer Gefahr. Ich finde wir sollten mehr auf den positiven Nutzen blicken, als immer das Haar in der Suppe zu suchen.

 

Meine Tipps an Hotels:

Sehen Sie sich Ihren Eintrag an. Wenn er passabel ist, verlinken sie auf ihn auf Ihrer Homepage, dort wo normalerweise die Anreisebeschreibungen stehen. Ist Ihre Fassade durch einen übereifrigen Nachbarn verpixelt, wenden Sie sich an Google. War das Google-Auto noch nicht bei Ihnen, bemühen Sie sich um den Zeitplan…wann sind Sie dran? Nutzen Sie dann diese Gelegenheit wie oben beschrieben.

Prüfen Sie auch noch zusätzlich, ob Sie einen Google Places Eintrag haben und dieser vollständig ist. Street View zeigt diese Einträge an. Schade wäre es für Sie, wenn Ihre Mitbewerber am Standort alle einen Places Eintrag haben und in Street View sichtbar sind, Sie aber nicht. Aus Google Street View heraus (innerhalb des Google Places Eintrages) sind Bewertungen einsehbar und Hotelpreise in verschiedenen Vertriebsportalen vergleichbar. Auf einen Blick sieht man im Google Places Eintrag einfach alles Wichtige, sofern er gut gepflegt ist (Adresse, Homepage, weitere Kontaktdaten, Informationen zum Hotel, Bilder,…). Es gibt also Hausaufgaben zu erledigen:
1.) Google Places Eintrag überprüfen und optimieren
2.) Verfügbarkeit in den großen Vertriebsportalen zu jeder Zeit ermöglichen (und wenn es zum hohen Preis ist!)
3.) Gäste in den einschlägigen Bewertungsplattformen zu mehr Bewertungen bewegen und diese fleißig kommentieren

Frankfurt, 23. November 2010
Bianca Spalteholz


Siehe auch Artikel: von dir-info.de und wikipedia:
http://www.dir-info.de/nachrichten/deutschland/arger-nach-verpixeln-bei-google-street-view-20101007
http://de.wikipedia.org/wiki/Panoramafreiheit

 

Mehr zum Thema auch in unseren regelmäßig stattfindenden Seminaren zu Online Vertrieb und Online Marketing:

 

- Seminar Online Vertrieb & Online Marketing

 

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